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Kräutertees für Babys im Test: Das Problem mit dem Estragol


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Der Nachwuchs hat Blähungen, Bauchweh oder auch Husten? Ein warmer Tee mit Fenchel bringt dann willkommene Linderung. Aber nicht ganz ohne Risiken: Denn Fenchel enthält von Natur aus den gesundheitsschädlichen Stoff Estragol. 

Insbesondere Babys und Kinder sollten davon nicht zu viel aufnehmen. Bei einigen Tees kann das aber passieren, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift «Öko-Test» (Ausgabe 4/2025). Ein Überblick: 

Warum kann Estragol zum Problem werden? 

Estragol gilt als potenziell krebserregend. Es wird vermutet, dass der Stoff das Erbgut verändert. 

Tückisch: Je nach Herkunft und Sorte des Fenchels kann dessen Estragol-Gehalt stark schwanken, so «Öko-Test». Eltern können kaum steuern, wie viel von dem Stoff etwa durch eine Tasse Tee ins Kind gelangt. Denn einen gesetzlichen Grenzwert für Estragol in Babytees gibt es bislang nicht, auch wenn der nach Auffassung von «Öko-Test» «dringend nötig» wäre. 

Immerhin: 2023 hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ihre Empfehlung angepasst. Kinder bis elf Jahre gehören demnach zu der Gruppe, für die das Risiko durch Estragol besonders hoch ist. 

Seitdem gibt es für sie - abhängig vom Körpergewicht - neue Orientierungswerte für die maximale tägliche Aufnahme durch pflanzliche Arzneimittel. Zurzeit prüft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Sicherheit fenchelhaltiger Lebensmittel wie Tees. Die Behörde will im Herbst eine Stellungnahme veröffentlichen. 

«Öko-Test» wollte jedoch jetzt schon wissen, ob die Hersteller von Kräutertees das Problem im Blick haben. Neun fenchelhaltige Tees für Babys und Kleinkinder hat die Zeitschrift im Labor untersuchen lassen und dabei den Orientierungswert der EMA für Arzneimittel zugrunde gelegt. 

Wie viele Tees im Test enthalten problematisch viel Estragol? 

Drei Tees fallen mit problematischen Estragol-Gehalten durch - einer ist «mangelhaft», zwei sind «ungenügend». Trinkt ein acht Kilogramm schweres Baby 100 Milliliter dieser Tees am Tag, ist der Orientierungswert überschritten. 

In den anderen sechs Tees konnten die Testerinnen und Tester ebenfalls Estragol nachweisen, jedoch nur in Spuren - unterhalb des Orientierungswertes. 

Doch die Öko-Tester wurden nicht nur in Sachen Estragol fündig: In zwei der neun Tees entdeckten sie natürliche Pflanzengifte, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA). Sie können bei der Ernte über Beikräuter wie Jakobskreuzkraut oder Bilsenkraut in die Teemischung gelangen. 

Nimmt man sie über längere Zeit auf, können Abbauprodukte für Schäden an Leber und Erbgut sorgen. Die gemessenen Gehalte schöpfen den gesetzlichen Grenzwert für PA zu mehr als 50 Prozent aus, so «Öko-Test». 

Zudem enthalten drei Tees im Test Pestizidrückstände, zum Teil auch mehrere - auch hier: Punktabzug. 

Welche Tees liegen vorn?

Bei zwei Produkten hatten die Testerinnen und Tester kaum etwas zu bemängeln: Der «Baby Fenchel Tee, Demeter» von Alnatura sowie «Mein erster Kräutertee» von Lebensbaum gehen beide mit der Note «sehr gut» aus dem Test hervor.


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(27.03.2025)